News · Handwerk
Neuigkeiten für Handwerk
Regeländerungen und Fristen mit Bezug zu Handwerk — verständlich erklärt.
28 Meldungen
Seite 1 von 2Kassenpflicht ab 100.000 Euro Jahmesumsatz geplant
Ein Gesetzentwurf sieht die Einführung einer Kassenpflicht ab 100.000 Euro Jahresumsatz vor und schafft die papierhaften Belegausgabepflicht ab. Das Gesetz soll der Bekämpfung von Steuerhinterziehung dienen und digitale Aufzeichnungssysteme verstärken.
Arbeitsschutz bei Hitze: Pflichten und Maßnahmen im Sommer
Das BMAS thematisiert Hitzebelastung als Arbeitsschutzrisiko im Sommer 2026. Arbeitgeber müssen Gefährdungsbeurteilungen aktualisieren und Schutzmaßnahmen (Pausen, Hydration, Arbeitszeit-Anpassung, UV-Schutz) für Außen- und Hallenarbeit implementieren, um Hitzekollaps und Dehydrierung zu verhindern.
GModG: Neue Anforderungen an Gebäudeenergie und Wärmeversorgung
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) regelt verschärfte Energieeffizienzanforderungen für Neu- und Bestandsgebäude sowie Modernisierung der Wärmeversorgung (Heizungsanlagen, solarthermische Anlagen, Wärmepumpen, Biomasse). Handwerksbetriebe in Bau, Heizungstechnik und Elektro müssen ihre Planung, Montage und Wartung von Heizungs-, Kühl- und Klimaanlagen an die neuen Standards anpassen, insbesondere Prüfung/Optimierung von Wärmepumpen und älteren Heizungsanlagen.
Hiberniaschule-Prüfungszeugnisse gleichgestellt mit Gesellenprüfungen
Prüfungszeugnisse der Hiberniaschule Herne in den Berufen Maßschneider (Damenschwerpunkt) und Tischler werden ab 1. Oktober 2026 den regulären Gesellenprüfungszeugnissen gleichgestellt. Dies gilt bis 30. September 2034. Betriebe können Absolventen dieser Schule ohne separate Handwerksprüfung als Gesellen einstellen und beschäftigen.
Änderungen in Gefahrgutverordnungen treten in Kraft
Eine neue Verordnung zur Änderung von Gefahrgutverordnungen wurde verabschiedet. Betriebe, die Gefahrgüter lagern, transportieren oder verwenden, müssen mit aktualisierten rechtlichen Anforderungen rechnen. Konkrete Auswirkungen hängen vom genauen Inhalt der Verordnung ab.
Losgrundsatz bei öffentlichen Aufträgen – mehr Chancen für KMU
Das neue Gesetz verpflichtet Auftraggeber, öffentliche Aufträge in Lose aufzuteilen und getrennt nach Art/Fachgebiet zu vergeben. Ziel ist es, kleineren Unternehmen und Handwerksbetrieben bessere Chancen beim Zugang zu öffentlichen Aufträgen zu geben. Betriebe können dadurch leichter an Infrastruktur- und Bauprojekten partizipieren, ohne mit großen Konzernen konkurrieren zu müssen.
Glasfachschule NRW: Prüfungszeugnisse gleichgestellt mit Gesellenbriefen
Die Glasfachschule NRW Berufskolleg kann ab 1. Oktober 2026 Abschlussprüfungen in den Berufen Glaser/Glaserin und Glasveredler/Glasveredlerin ausstellen, deren Zeugnisse vollständig den handwerklichen Gesellenbriefen gleichgestellt sind. Dies gilt für Prüfungen vom 1.10.2026 bis 30.9.2034. Betriebe und Absolventinnen/Absolventen können diese Zeugnisse als gleichwertige Qualifikationsnachweise verwenden.
Notfallverfahren für Lärmschutz bei Geräten/Maschinen
Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung wird um Notfallverfahren erweitert, um krisenrelevante Geräte und Maschinen schneller auf den Markt bringen zu können. Hersteller und Betriebe, die solche Geräte einsetzen, können künftig unter bestimmten Bedingungen Standard-Konformitätsbewertungen umgehen oder priorisiert durchlaufen lassen, müssen aber alle Lärmschutzanforderungen weiterhin erfüllen.
TRGS 561: Neue Regeln für krebserzeugende Metalle am Arbeitsplatz
Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 561) wurde neu gefasst und regelt Tätigkeiten mit krebserzeugenden Metallen und ihren Verbindungen. Betriebe, die mit Stoffen wie Blei, Nickel, Beryllium oder Chrom arbeiten, müssen ihre Schutzmaßnahmen und Gefährdungsbeurteilungen entsprechend anpassen. Die Neufassung schärft typischerweise die Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung, Expositionskontrolle und Überwachung.
TRGS 521: Neue Anforderungen für Arbeiten mit alter Mineralwolle
Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 521) wurde neu gefasst und regelt Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit älteren Mineralwolleprodukten. Betriebe, die bei Sanierungs- oder Abbrucharbeiten mit Mineralwolle in Kontakt kommen, müssen ihre Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen überprüfen und anpassen.
Temporäre Senkung der Energiesteuer für Kraftstoffe (Mai–Juni 2026)
Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 werden die Energiesteuersätze für Benzin und Diesel vorübergehend gesenkt. Betriebe mit hohem Kraftstoffverbrauch (KFZ-Handwerk, Transport, Bau) sollten ihre Kostenplanung und ggf. Einkaufsstrategien anpassen. Die Steuerentlastung gilt auch für bestimmte Biokraftstoff-Mischungen und endet zum 1. Juli 2026.
Hitze- und UV-Schutz für Außenbeschäftigte nach ASR A5.1
Die Arbeitsstättenregel ASR A5.1 konkretisiert die Schutzpflichten von Arbeitgebern bei der Außenbeschäftigung gegenüber Hitzebelastung und UV-Strahlung. Betriebe mit Außenpersonal müssen Maßnahmen zur Prävention (Schutzausrüstung, Arbeitszeit-Anpassung, Pausen) umsetzen und dokumentieren.
F-Gas-Verordnung: Neue Leckageverlust-Grenzwerte für Kälteanlagen
Deutschland setzt die EU-Verordnung 2024/573 zu fluorierten Treibhausgasen um. Betriebe, die Kälteanlagen betreiben, müssen ab sofort strikte Grenzwerte für Kältemittelverluste einhalten (1–8 % je nach Alter und Größe der Anlage). Verstöße können zu Bußgeldern führen; es gelten neue Dokumentations- und Rücknahmepflichten.
F-Gas-Verordnung: Neue EU-Regelung zu Kältemitteln und Treibhausgasen
Das Chemikaliengesetz wird angepasst, um die neue EU-Verordnung 2024/573 zu fluorierten Treibhausgasen umzusetzen. Betriebe, die mit Kältemitteln, Klimaanlagen oder Wärmepumpen arbeiten, müssen sich auf verschärfte Verbote und Dokumentationspflichten einstellen. Insbesondere der Handel mit bereits vor Stichtagen in Verkehr gebrachten Produkten erfordert nun schriftliche Nachweise über die Herkunft.
Notfallverfahren für elektrische Betriebsmittel in Krisensituationen
Die Verordnung führt Notfallverfahren für die Konformitätsbewertung elektrischer Betriebsmittel ein, die bei Binnenmarkt-Notfällen (z.B. Versorgungsengpässe) greifen. Hersteller und Importeure können dann unter bestimmten Bedingungen vereinfachte Konformitätsnachweise erbringen. Die Regelung betrifft vor allem Elektrofachbetriebe und Hersteller, die elektrische Geräte in den Verkehr bringen.
Berichtigung: Gefahrstoffverordnung und Baustellenverordnung
Eine Berichtigung zur Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und Baustellenverordnung vom Februar 2026 präzisiert die Definition gefährlicher Stoffe und Gemische. Die Änderung betrifft die Abgrenzung von Gefahrstoffen und deren Einstufung nach EU-Verordnung 1272/2008 (CLP). Betriebe, die mit Gefahrstoffen arbeiten, müssen ihre Prozesse zur Identifikation und Kennzeichnung überprüfen.
Produktsicherheitsgesetz: Neufassung mit erweiterten Anforderungen
Das Produktsicherheitsgesetz wurde neu gefasst und präzisiert die Anforderungen an Hersteller, Importeure und Händler von Produkten in der EU – insbesondere Maschinen, elektrische Betriebsmittel, Druckgeräte und Aerosole. Betriebe, die solche Produkte herstellen, importieren oder in Verkehr bringen, müssen sicherstellen, dass CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärungen und Sicherheitsinformationen den neuen Vorgaben entsprechen.
Kassensicherungsverordnung: Taxameter und digitale Schnittstellen angepasst
Die Kassensicherungsverordnung wird technisch überarbeitet: Taxameter und app-basierte Fahrtabrechnung werden explizit als elektronische Aufzeichnungssysteme definiert, Anforderungen an digitale Schnittstellen und QR-Code-Belege präzisiert. Betriebe mit Kassen- und Taxametersystemen müssen ihre Systeme auf Compliance mit den neuen technischen Standards und der einheitlichen digitalen Schnittstelle (DSFinV) überprüfen.
Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung – verschärfte Kontrollen und Dokumentationspflichten
Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz wird digitalisiert und erweitert: Zollbehörden erhalten stärkere Befugnisse zu elektronischen Kontrollen, der Katalog der Gewerke mit Meldebestätigung erweitert sich (neu: Friseur- und Kosmetikgewerbe, plattformbasierte Lieferdienste), und Arbeitgeber müssen schriftliche Hinweispflichten vor Arbeitsbeginn dokumentieren. Betriebe in betroffenen Branchen müssen ihre Compliance-Prozesse anpassen.
Geothermie-Beschleunigungsgesetz: Vereinfachte Genehmigung für Wärmepumpen und Geothermie
Neues Gesetz beschleunigt Genehmigungsverfahren für Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Wärmespeicher. Installateure und Heizungsbauer erhalten verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen für Planung und Ausführung. Grundstückseigentümer müssen seismische Messungen für die Geothermie-Exploration dulden.