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Neue Regeln fürs Handwerk, verständlich erklärt
Wir scannen laufend Gesetze, Verordnungen und Fristen des Bundes und übersetzen die für Handwerk und Gewerbe relevanten in klare Sprache — für Betriebe und für Fachkräfte.
98 Meldungen
Seite 1 von 5Kassenpflicht ab 100.000 Euro Jahmesumsatz geplant
Ein Gesetzentwurf sieht die Einführung einer Kassenpflicht ab 100.000 Euro Jahresumsatz vor und schafft die papierhaften Belegausgabepflicht ab. Das Gesetz soll der Bekämpfung von Steuerhinterziehung dienen und digitale Aufzeichnungssysteme verstärken.
Neue Einteilung von Atemschutzgeräten in Gruppen (AMR 14.2)
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat eine aktualisierte Arbeitsmedizinische Regel zur Einteilung von Atemschutzgeräten veröffentlicht. Dies betrifft Betriebe, die Atemschutz einsetzen (z.B. bei Staub-, Gas- oder Dämpfenexposition). Arbeitgeber müssen ihre Atemschutzauswahl und PSA-Bereitstellung überprüfen.
Sachkundeprüfung für Darlehensvermittler – neue Verordnung
Eine neue Verordnung regelt die Sachkundeprüfung für gewerbliche Darlehensvermittler nach § 34k der Gewerbeordnung. Handwerksbetriebe, die Darlehensvermittlung anbieten (z.B. für Kundenfinanzierungen), müssen künftig diese Prüfung bestehen und können sich durch äquivalente Qualifikationen (z.B. Bankkaufmann, Immobilienfachwirt) davon befreien.
Arbeitsschutz bei Hitze: Pflichten und Maßnahmen im Sommer
Das BMAS thematisiert Hitzebelastung als Arbeitsschutzrisiko im Sommer 2026. Arbeitgeber müssen Gefährdungsbeurteilungen aktualisieren und Schutzmaßnahmen (Pausen, Hydration, Arbeitszeit-Anpassung, UV-Schutz) für Außen- und Hallenarbeit implementieren, um Hitzekollaps und Dehydrierung zu verhindern.
Jahresarbeitsentgeltgrenze für Krankenversicherung 2027 erhöht
Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung wird 2027 um 3.600 Euro erhöht. Dies betrifft die Sozialversicherungsbeiträge und kann Auswirkungen auf Minijob-Grenzen und Beitragszahlungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben. Betriebe sollten ihre Gehaltsabrechnungen und Versicherungsstatus überprüfen.
GModG: Neue Anforderungen an Gebäudeenergie und Wärmeversorgung
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) regelt verschärfte Energieeffizienzanforderungen für Neu- und Bestandsgebäude sowie Modernisierung der Wärmeversorgung (Heizungsanlagen, solarthermische Anlagen, Wärmepumpen, Biomasse). Handwerksbetriebe in Bau, Heizungstechnik und Elektro müssen ihre Planung, Montage und Wartung von Heizungs-, Kühl- und Klimaanlagen an die neuen Standards anpassen, insbesondere Prüfung/Optimierung von Wärmepumpen und älteren Heizungsanlagen.
Ausbildungsverordnung Metallverfahrenstechnologe geändert
Die Ausbildungsverordnung für Metallverfahrenstechnologen wird modernisiert: Neue Anforderungen in den Prüfungsbereichen, Prüfungsvarianten beim Arbeitsauftrag (Arbeitsaufgabe oder betrieblicher Auftrag), geänderte Gewichtung und Bestehensregelungen. Ausbildungsbetriebe und Auszubildende müssen sich auf veränderte Prüfungsformate und -inhalte einstellen.
Bürokratierückbau: Gewerbeordnung, Makler-/Bauträgerverordnung, Energiekennzeichnung
Das Gesetz reduziert Berichtspflichten und Dokumentationsanforderungen in der Gewerbeordnung, Makler- und Bauträgerverordnung sowie beim Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz. Konkret: Gewerbeanmeldungen gelten nach 3 Monaten automatisch als genehmigt (sofern keine besonderen Verfahren greifen), Dokumentationspflichten für Makler/Verwalter werden gekürzt, und Weiterbildungsanforderungen für Wohnimmobilienverwalter werden vereinfacht. Betriebe im Makler-, Hausverwaltungs- und Energiegewerbe profitieren von Entbürokratisierung.
EU-Reparaturrichtlinie: Herstellerpflichten und Verbraucherschutz im BGB
Das Gesetz setzt die EU-Richtlinie 2024/1799 um und regelt neue Reparaturverpflichtungen von Herstellern gegenüber Verbrauchern. Betriebe, die Waren herstellen oder reparieren, müssen sich mit erweiterten Informationspflichten, Reparaturleistungen innerhalb angemessener Fristen und verlängerten Verjährungsfristen vertraut machen. Insbesondere Gewährleistungs- und Reparaturprozesse werden transparenter und kundenfreundlicher.
Parkinson-Syndrom durch Pestizide als neue Berufskrankheit anerkannt
Das Parkinson-Syndrom wird ab 1. August 2026 als Berufskrankheit (Nr. 1322) anerkannt, wenn es durch langjährig, häufig und selbst angewendete Pestizide verursacht wurde. Dies betrifft insbesondere Betriebe im Garten- und Landschaftsbau sowie in der Landwirtschaft. Betroffene Arbeitnehmer können nun Leistungen der Unfallversicherung beanspruchen.
Parkinson-Syndrom durch Pestizide als Berufskrankheit anerkannt
Ab 1. August 2026 wird das Parkinson-Syndrom, verursacht durch langjährige und häufige Anwendung von Pestiziden, als Berufskrankheit (Nr. 1322) anerkannt. Dies betrifft insbesondere Betriebe und Fachkräfte im Gartenbau, in der Landwirtschaft und verwandten Bereichen mit regelmäßiger Pestizidexposition. Betroffene Arbeitnehmer können nun Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung in Anspruch nehmen.
TRGS 524: Schutzmaßnahmen in kontaminierten Bereichen
Die aktualisierte Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 524) regelt Schutzmaßnahmen bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen (z.B. Altlastensanierung, Dekontamination). Betriebe müssen Gefährdungsbeurteilungen durchführen und entsprechende PSA sowie Arbeitsverfahren festlegen. Die Regel betrifft insbesondere Bau-, Sanierungs- und Entsorgungsbetriebe.
Verpackungsrecht: Neue EU-Regeln zu Materialien, Recycling und Kennzeichnung
Deutschland setzt die EU-Verordnung 2025/40 um und verschärft damit die Anforderungen an Verpackungen (Material, Recycling, Wiederverwendung). Betriebe, die Verpackungen in den Handel bringen, müssen sich registrieren, an Verwertungssystemen beteiligen und neue Kennzeichnungs- und Recyclingvorgaben erfüllen. Verstöße werden mit Bußgeldern geahndet.
TRGS 529: Gefahrstoffregeln für Biogasherstellung aktualisiert
Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 529) für Tätigkeiten bei der Biogasherstellung wurde geändert. Betriebe, die Biogasanlagen betreiben oder warten, müssen ihre Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen überprüfen und ggf. anpassen.
Neue Fragebogenvordrucke für ausländische Unternehmer ab 2026
Das BMF führt ab dem Besteuerungszeitraum 2026 neue Vordruckmuster für die umsatzsteuerliche Erfassung von im Ausland ansässigen Unternehmern ein. Dies betrifft deutsche Handwerksbetriebe, die mit ausländischen Unternehmern zusammenarbeiten oder Leistungen erbringen, sowie Betriebe mit grenzüberschreitenden Geschäftstätigkeiten.
Hiberniaschule-Prüfungszeugnisse gleichgestellt mit Gesellenprüfungen
Prüfungszeugnisse der Hiberniaschule Herne in den Berufen Maßschneider (Damenschwerpunkt) und Tischler werden ab 1. Oktober 2026 den regulären Gesellenprüfungszeugnissen gleichgestellt. Dies gilt bis 30. September 2034. Betriebe können Absolventen dieser Schule ohne separate Handwerksprüfung als Gesellen einstellen und beschäftigen.
Änderungen in Gefahrgutverordnungen treten in Kraft
Eine neue Verordnung zur Änderung von Gefahrgutverordnungen wurde verabschiedet. Betriebe, die Gefahrgüter lagern, transportieren oder verwenden, müssen mit aktualisierten rechtlichen Anforderungen rechnen. Konkrete Auswirkungen hängen vom genauen Inhalt der Verordnung ab.
TRBS 1115: Neue Anforderungen für Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen
Die Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 1115 wurde überarbeitet und regelt Anforderungen an sicherheitsrelevante Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen in Betrieben. Betriebe müssen prüfen, ob ihre Anlagen und Geräte den neuen Anforderungen entsprechen und ggf. Anpassungen vornehmen.
eDeclaration-Verordnung: Digitalisierte Arbeitnehmeldung ab 2026
Die EU hat eine neue eDeclaration-Verordnung verabschiedet, die Arbeitnehmermeldungen digitalisieren soll. Dies soll Betriebe entlasten und gleichzeitig Arbeitnehmerschutzrechte stärken. Konkrete Umsetzungsdetails für deutsche Betriebe werden in den kommenden Monaten erwartet.
TRGS 619: Substitutionspflicht für Aluminiumsilikatwolle
Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 619) regelt die Substitution von Aluminiumsilikatwolle-Produkten, die als krebserregend eingestuft sind. Betriebe müssen auf sichere Ersatzstoffe ausweichen, sofern verfügbar. Dies betrifft insbesondere Bau-, Renovierungs- und Wartungsarbeiten mit Hochtemperaturanwendungen.
Recht & Pflichten – die wichtigsten Paragrafen erklärt
Mindestlohn, Meisterpflicht, Arbeitszeit, Urlaub, F-Gas — dauerhaft gültig, für Betriebe und Fachkräfte.
Die Inhalte bieten allgemeine Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Quelle jeweils verlinkt; im Zweifel zieh eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt bzw. deine Handwerkskammer hinzu.